Weltföderation

Die ökumenische Agenda

Das 20. Jahrhundert erlebte den Aufstieg der ökumenischen Bewegung. Die unterschiedlichen Kirchen auf globaler Ebene sollten durch menschliche Managementfähigkeiten vereint werden; dies war eine Art kirchliches Gegenstück zum Völkerbund und später zu den Vereinten Nationen. Wie dieses Buch zeigt, spielte der kirchliche Druck später tatsächlich auch eine Rolle bei der Entstehung der UNO (United Nations Organization) selbst. Dr. Martin Erdmann zeichnet die Geschichte von 1919 bis 1945 nach und zeigt, wie einflussreiche Personen in Großbritannien und Amerika versuchten, die Kirchen für ein säkulares, technokratisches Programm einzuspannen, um eine neue Weltordnung und letztlich eine Weltregierung aufzubauen. Man erhoffte sich Friede und Gerechtigkeit auf der ganzen Erde. Die Pläne gründeten sich auf eine minimalistische Theologie und eine schwammige christliche Ethik. In einem Zeitalter, das sich von Übernatürlichen fernhielt, entstand die paradoxe Zuversicht, dass das Reich Gottes nahe bevorstand.

Rezension

Dr. Joachim Cochlovius, Zeitschrift «Aufbruch», S. 24