Frühkirchliche Kontroversen
In Gemeinden und christlichen Werken verdrängen die soziale Arbeit und die Proklamation von christlichen Werten immer mehr das Bewusstsein vom sündigen Menschen und die Verkündigung des Heils in Jesus Christus. In der Frage, ob sich Christen für „einen Himmel auf Erden“ einsetzen sollen, indem die Gesellschaft auch mit staatlichen Mitteln christianisiert wird, ist dieses Buch eine hilfreiche Lektüre zur Unterscheidung zwischen biblischen und scheinbar christlichen Prinzipien.
In der Offenbarung des Johannes (20,1-10) wird ein buchstäbliches Tausendjährige Reich (Millennium) beschrieben. Bis zum Konzil von Nicäa im Jahr 325 n. Chr. stellte diese Überlieferung ein wesentliches Element in der christlichen Endzeitlehre dar. Die meisten frühen Kirchenväter leiteten ihre Überzeugungen sowohl von dem Textabschnitt im Buch der Offenbarung ab als auch von der jüdischen Vorstellung eines Goldenen Zeitalters, wie sie die hebräischen Propheten beschrieben und die jüdischen Endzeitlehrer weiter ausgeführt hatten. Nachdem der christliche Glaube die Gunst des Kaisers Konstantin gewonnen hatte, änderte die Römische Kirche ihre Auffassung bezüglich des Tausendjährigen Reiches grundlegend. Die Hoffnung auf eine zukünftige Herrschaft Christi auf Erden wich der Sichtweise eines Tausendjährigen Reichs, in dem die weltliche Macht dem Papsttum zugefallen sei und das sich vor den Augen der Menschen im Hier und Jetzt verwirkliche. Die Lehre eines buchstäblichen Millenniums geriet über viele Jahrhunderte in Misskredit, weil einige ihre Befürworter sie falsch dargestellt und ihre Gegner sie absichtlich verdreht haben.
Dr. Martin Erdmann präsentiert eine detaillierte Analyse der verschiedenen Sichtweisen auf die Lehre des Tausendjährigen Reichs, stellt deren jeweilige Stärken und Schwächen dar und plädiert für die ursprüngliche Auslegung eines buchstäblichen Millenniums, das erst noch kommen wird.
- Taschenbuch, 297 Seiten
- Kindle

